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Humanität ist Gottes Gebot der Stunde

Erklärung der Hochschulleitung aus Anlass der PEGIDA-Aktivitäten

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Die Evangelische Hochschule Moritzburg als eine Institution der akademischen Bildung ist den Werten des Abendlandes und der europäischen Aufklärung verpflichtet. Die Achtung der Würde der Person ungeachtet von Herkunft, Religion oder Sexualität gehört zu den unveräußerlichen Fundamenten eines zivilisierten Miteinanders.

In langen Auseinandersetzungen, insbesondere um die Fragen der religiösen Toleranz, hat das moderne Europa zur Idee der Freiheit gefunden. Freiheit ist das durch Politik immer wieder herzustellende Resultat einer auf Wechselseitigkeit angelegten Menschenwürde.

Ohne eine Kultur der Anerkennung ist eine menschenwürdige Gesellschaft nicht denkbar. Das abendländische Europa achtet Menschen, nicht weil sie Christen sind, sondern weil es in jedem Menschen eine Schwester oder einen Bruder erkennt. Dieses Erbe säkularer Humanität gilt es zu bewahren.

Die Evangelische Hochschule Moritzburg sieht es als ihren Auftrag an, das Konzept aufgeklärter Humanität im Horizont von Bildung, insbesondere kirchlich verantworteter Bildung, immer wieder neu zur Geltung zu bringen: Freiheit bedeutet Achtung der Verschiedenheit unter den Menschen. Freiheit in der offenen Gesellschaft verlangt nach dem politischen Diskurs der Verschiedenen, um das Gemeinsame immer wieder neu zu bestimmen.

Vor diesem Hintergrund weist die Evangelische Hochschule Moritzburg entschieden zurück, was gegenwärtig unter dem Label PEGIDA im Namen des Abendlandes, Europas und des Christentums an Missachtung der Würde zumal in Not geratener Menschen zu vernehmen ist:

  • Als kirchliche Hochschule wenden wir uns gegen die pauschale Diskreditierung von Menschen islamischen Glaubens. Dass dazu bei PEGIDA die Idee des Abendlandes instrumentalisiert wird, wird nur noch übertroffen durch die Absurdität, dass sich ausgerechnet selbsternannte Wächter der christlichen Kultur aufmachen, Gottes Geschöpfen die ihnen zukommende Achtung ihrer Würde streitig zu machen.   
  • Wir wenden uns zudem gegen die über PEGIDA hinaus zu vernehmende Argumentation, dass die Kritik am Auftreten von PEGIDA ihrerseits die politische Diskursfreiheit beschränkt. Demgegenüber betonen wir, dass gruppenbezogene Menschenverachtung und Rassismus keine legitimen Positionen im Diskurs der Freien sind, sondern einen offenen Angriff auf die Grundlagen dieses Diskurses darstellen. Fundamentalismus gefährdet Freiheit.

„Der freiheitliche, säkulare Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann“ (Böckenförde). Die moralischen Voraussetzungen der Freiheit müssen die Bürger aus eigener Einsicht hervorbringen und in gemeinsamer politischer Praxis bewähren. Dazu bedarf es einer offenen Gesellschaft, die religiöse und kulturelle Vielfalt unter den Menschen wertschätzt. Positionen, wie sie bei Pegida vertreten werden, tragen dazu bei, die humane Gesellschaft zu zerstören.

Die Evangelische Hochschule Moritzburg hält allen Sympathisanten von PEGIDA, vor allem aber den Christen unter ihnen, entgegen, was schon der Apostel Paulus in seinem Brief an die Galater als Basis christlicher Humanität anmahnte:

Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus.

11. Januar 2015                               

Prof. Dr. Christian Kahrs, Rektor der Hochschule

Prof. Jens Seipolt, Stellvertretender Rektor


 





 

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Dokumente

•   Hochschulleitung zu Pegida.pdf