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Monotheismus und Naturwissenschaft

Wissenschaftsgeschichtliche, religionsgeschichtliche und exegetisch-theologische Studien zur Geschichte der Naturwissenschaften im Kontext der Entstehung des Monotheismus in Israel und seiner Umwelt (Prof. Dr. Matthias Albani).

Naturwissenschaftlicher Bildung wird im Rahmen theologischer wie religionspädagogischer Hochschulbildung eher eine marginale Bedeutung beigemessen, obwohl Naturwissenschaft und Religion seit der Antike bis zur Gegenwart in einer spannungsvollen und zugleich fruchtbaren Korrelation  stehen und epochale naturwissenschaftliche Erkenntnisse oft mit explizit religiösen Motiven oder Reflexionen verbunden waren (z.B. bei Kepler, Newton, Planck, Bohr, Heisenberg, Einstein, etc.). Bereits für die Idee des der Naturwissenschaft zugrunde liegenden Axioms einer naturgesetzlichen Ordnung kann ein enger religionsgeschichtlicher Zusammenhang mit der Entstehung des Monotheismus in Israel und seiner kulturell-religiösen Umwelt (vor allem Mesopotamien und Griechenland) nachgewiesen werden.

Die Korrespondenz von Religion und Naturwissenschaft ist für die christlich orientierte europäische Kultur maßgeblich prägend geworden. Der biblisch-monotheistische Schöpfungsglaube hat zu einer Entgötterung der Natur und zu der Überzeugung geführt, dass der Schöpfer den Kosmos mittels Naturgesetzen regiert und der Mensch den Auftrag hat, als Ebenbild des schöpferischen Gottes die Welt zu gestalten (dominium terrae, Gen 1,28). Dieser religiöse Initialimpuls aus der jüdisch-christlichen Tradition hat in Kombination mit griechischer Philosophie und Wissenschaft zur Entwicklung der modernen Naturwissenschaft geführt. Besonders im protestantischen Europa und Amerika haben die Naturwissenschaften seit der Neuzeit eine rasante Fortschrittsdynamik entfaltet. Im Gegensatz zu der gegenwärtig verbreiteten Auffassung, der christliche Glaube sei vor allem ein Hindernis für den wissenschaftlichen Fortschritt gewesen, soll in weiteren Studien des Forschungsprojektes gezeigt werden, dass religiöse Motive immer wieder entscheidende Impulsgeber für wissenschaftlich-technische Innovationen waren.

Des weiteren sollen angesichts der Dominanz naturwissenschaftlicher Bildung in Schule und Gesellschaft einerseits und der genannten Ausbildungsdefizite andererseits bildungstheoretische Konzepte erarbeitet werden, wie die Auseinandersetzung mit naturwissenschaftlichen Erkenntnissen und technischen Entwicklungen sinnvoll in die religionspädagogische Hochschulbildung integriert werden kann.

Veröffentlichungen zum Thema biblischer Monotheismus und Naturwissenschaft:

M. Albani, Astronomie und Schöpfungsglaube. Untersuchungen zum Astronomischen Henochbuch (WMANT 68), Neukirchen-Vluyn 1994;

Ders., Der eine Gott und die himmlischen Heerscharen. Zur Begründung des Monotheismus bei Deuterojesaja im Horizont der Astralisierung des Gottesverständnisses im Alten Orient (ABG 1), Leipzig 2000,

Weitere Aufsätze (siehe Bibliographie).

Ethisch-religiöse Aspekte des Themas wurden auf dem internationalen Symposium „Laws of Heaven – Laws of Nature – The Legal Interpretation of Cosmic Phenomena in the Ancient World“ vom 5.-6. September 2011 an der Universität Zürich vorgestellt (Tagungsband erscheint Frühjahr 2013).


 





 

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